Bitte nicht füttern! Oder doch…?

Warum füttern die Menschen Spatzen und Meisen im Winter, aber keine Greifvögel oder Raben? Die meisten Arten, die an ein Futterhäuschen kommen, sind im Bestand nicht bedroht. „Das Motiv für das Füttern von Wildtieren ist nicht der Schutz von Arten, sondern Mitleid mit der Not einzelner Tiere“, meint Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Darüber hinaus erfreuen sich Menschen gerade in der Winterzeit an den kleinen Singvögeln. Amsel, Drossel, Fink und Star sind leicht zu versorgen, doch was ist mit der Krähe oder dem Mäusebussard? „Hier sind Handlungsmöglichkeiten und Mitleid gleichermaßen begrenzt“, so Münchhausen.

Um das Füttern von großen Wildtieren wie Rot- und Rehwild werden von Naturschützern, Waldbesitzern und Jägern heftige Diskussionen geführt. Denn die Bestände an Schalenwild sind in Deutschland hoch. Soll man harten Wintern das Ausmerzen von kranken und schwachen Tiere überlassen, um die Populationsdichte durch Nahrungsknappheit zu regulieren? „Am Ende entscheidet der Mensch, welche Tiere ihr Fressen `wert` sind und welche nicht“, sagt Münchhausen. Der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung hält es für notwendig, dass in wirklichen Notzeiten auch die großen Wildtiere gefüttert werden. „In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft findet Rot- und Rehwild in harten Wintern mit hoher Schneelage oder verharschter Eisdecke sehr wenig Nahrung.“ Auch Störungen durch Spaziergänger, Jogger und Wintersportler verlangen flüchtenden Tieren viel Energie ab. Die Folge: Einige Rehe und Hirsche verhungern; die Überlebenden schädigen durch Verbiss und das Schälen von Rinde den Wirtschaftswald. „Artgerechtes Füttern in wirklichen Notzeiten ist eine moralische Verpflichtung und ein Beitrag, um den Konflikt zwischen den Ansprüchen von Wildtieren und den ökonomischen Zielen der Forstwirtschaft zu entschärfen“, betont Münchhausen.

Der Mensch füttert gern, denn Tier-Liebe geht bei den meisten durch den Magen. „Besser als zu Füttern wäre es, wenn Wildtiere geeignete Lebensräume hätten“, fordert Münchhausen. Ob Kleingärtner, Waldbesitzer oder Jäger – jeder, der Flächen besitzt oder Natur nutzt, kann etwas für Wildtiere tun. Das beginnt bei der Gestaltung von Gärten und hört bei der intensiven Flächennutzung in der Land- und Forstwirtschaft auf.

Eva Goris

Pressesprecherin, Deutsche Wildtier Stiftung

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Finsteres Mittelalter

Am Martinstag findet in Sursee jeweils der überregional bekannte traditionelle “Gansabhauet“ statt.
Dabei wird versucht, einer toten Gans, welche am Hinterkopf an einem Seil aufgehängt ist, den Kopf abzuschlagen. Meistens beteiligen sich daran junge Männer oder Frauen. Mit verbunden Augen und einer Sonnenmaske, bewaffnet mit einem stumpfen Dragonersäbel soll nun mit einem einzigen Hieb der Kopf vom Hals abgeschlagen werden. Wem das gelingt, dem gebührt Ruhm und Ehre. Als Trophäe dient die tote geköpfte Gans. Rund 3’000 Zuschauer verfolgen diese makabere Tradition auf dem Rathausplatz. Ein Brauchtum dessen Ursprung unklar ist. Es wird jedoch vermutet, dass dieser im Spätmittelalter liegt. Nun erhält dieser mittelalterliche Brauch gar eine Sondermünze! Wir finden das ziemlich verstaubt. Zelebrierte Gewalt an einem Leichnam, ob Mensch oder Tier, gehört sicher nicht zu den Zielen einer nach Humanität strebenden Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

“Wer die Würde der Tiere nicht respektiert, kann sie ihnen nicht nehmen, aber verliert dabei seine eigene.“ Albert Schweitzer

Werbung von Schweiz Tourismus
Artikel “Tier im Foukus”
Sondermünze Ausgabe 2014
Film
Bilder Google

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Tierische Untermieter suchen Zuflucht im Garten

Marienkäfer und Molche, Igel und Insekten aller Art, aber auch Fledermäuse, Amphibien, kleine Säuger wie Haselmäuse und daheimgebliebene Vogelarten wie Rotkehlchen, Amsel, Grün- und Buchfink sowie der Gimpel suchen jetzt Schutz vor Kälte und Wind und einen geeigneten Schlafplatz. Reisig-, Laub- und Steinhaufen, Erdlöcher und Hecken helfen Wildtieren, gut durch den Winter zu kommen. Wer ein wenig Mut zur Wildnis beweist und nicht jeden Laubhaufen zusammenfegt, hilft vielen Tieren Unterschlupf zu finden. Insekten und Käfer verkriechen sich nicht nur in altem Laub, sondern auch in Mauerritzen. Frösche und Kröten graben sich gern in lockeren Boden ein und überleben am Grund des Gartenteiches, Fledermäuse schlafen in frostfreien Höhlen, Dachböden und Kirchtürmen. Igel überwintern in Reisig- und Laubhaufen. „Ein bisschen Mut zu mehr Wildnis im Garten hilft tierischen Untermietern durch die kalte Jahreszeit“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung.

Spezielle Überwinterungs-Schlafplätze wie zum Beispiel eigens für Igel konstruierte Igel-Burgen sind besonders beliebt. Auch die klassischen Nisthilfen, die eigentlich für die „Familienplanung“ der Vögel im Frühjahr gedacht sind, dienen im Winter oft als Ersatz für Baumhöhlen. Nistkästen sind für Spatzen, Meisen und Zaunkönig bei Regen, Schnee und kaltem Wind ein beliebter Zufluchtsort. Sie bieten Kälteschutz und sind als perfekter Unterschlupf bei eisigen Frostnächten überlebenswichtig. Auch Siebenschläfer und Haselmäuse belegen im Winter gern Nistkästen. „Es empfiehlt sich, jetzt ein Spatzen-Reihenhaus aufzuhängen, damit die Tiere den Standort bereits kennen, bevor Schnee und Frost ihnen das Überleben erschweren“, rät Eva Goris.

Wer den Tieren heimische Pflanzen als Unterschlupf bietet, versorgt sie auch mit Nahrung. In vielen Sträuchern hängen jetzt noch Beeren, die gerade von den Weichfressern unter den Vögeln wie zum Beispiel Amseln gern gefressen werden. Fallobst wie alte Äpfel und Birnen einfach auf dem Boden liegen lassen – im Fallobst wird gern herumgepickt. Samenstände sind jetzt für viele Vögel ein Leckerbissen. Wer zusätzlich füttert, hilft vielen Vögeln über die karge Jahreszeit. „In einer einzigen Frostnacht kann ein kleiner Vogel bis zu 20 Prozent seines Körpergewichtes einbüßen“, sagt die Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Damit die verlorene Energie am Tage sofort wieder problemlos aufgenommen werden kann, hilft das Füttern von Vögeln im Winter.“

PRESSEMITTEILUNG von www.DeutscheWildtierStiftung.de

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Tierfutter-Produzent Royal Canin will Verantwortung übernehmen

„Bei den Gesprächen in Wien vor zwei Tagen hat Royal Canin gegenüber VIER PFOTEN die Zusage gegeben, Verantwortung für diesen schweren Fehler zu übernehmen: Das Unternehmen wird die Rettung der bei brutalen Hundetrainings gequälten Bären unterstützen. VIER PFOTEN hat bereits einen Projektvorschlag bei der ukrainischen Regierung eingereicht: Für die etwa 15-20 betroffenen Bären soll eine Auffangstation errichtet werden, in der die Tiere den Rest ihres Lebens artgemäß verbringen können.

Royal Canin wird dieses Projekt finanzieren. Das Unternehmen wird sich auch aktiv für Partnerschaften stark machen und seine Geschäftspartner und auch andere Organisationen ins Boot holen, wie Hervé Marc, Global Corporate Affairs Director bei Royal Canin, in einer öffentlichen Stellungnahme erklärte.

VIER PFOTEN hat daher beschlossen, seine Email-Protestaktion mit sofortigem Wirken zu stoppen. Wir begrüßen den Willen von Royal Canin, Verantwortung zu übernehmen. Selbstverständlich müssen den Worten Taten folgen. In den kommenden Wochen werden die Verhandlungsteams von Royal Canin und VIER PFOTEN daher einen detaillierten Projektplan erarbeiten, um zu gewährleisten, dass den gequälten Bären wirklich nachhaltig geholfen wird.

Daher bitten wir um Verständnis, dass der Protestlink nicht mehr aktiv ist – er ist Gott sei Dank nicht mehr nötig, da die Proteste ihr Ziel bereits erreicht haben. Wir möchten allen unseren Unterstützern herzlich danken, denn ohne sie wäre eine so rasche Hilfe für die Bären sicher nicht möglich gewesen.“

Quelle: VIER PFOTEN

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ROYAL CANIN sponsort Bärenkämpfe

VIER PFOTEN deckt Skandalöses auf: Der global agierende französische Hersteller von Hunde- und Katzennahrung ROYAL CANIN hat in den vergangenen Monaten illegale und brutale Bärenkämpfe in der Ukraine gesponsert.

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© VIER PFOTEN

Auf die Besitzer der aggressivsten Hunde warten mit dem ROYAL CANIN-Logo gebrandete Pokale.

VIER PFOTEN ist im Besitz eines Videos, das einen von ROYAL CANIN gesponserten Wettbewerb dokumentiert, der im April 2013 in einem Waldstück in der Nähe von Winnyzja, Ukraine stattfand. Über mehrere Stunden werden vor Publikum auf einen angeketteten Braunbären im Abstand von etwa zehn Minuten jeweils zwei bis drei Jagdhunde gehetzt. Die Hunde sollen den Bären angreifen und beißen. Dieser ist nahezu wehrlos. Er kann sich nicht frei bewegen, sondern ist an einer Kette befestigt, die mit einem Seil über ihm verbunden ist. Am anderen Ende der Kette stehen mehrere Männer, die jede Bewegung des Bären kontrollieren und ihn über den Kampfplatz zerren. Ein Punktrichter vergibt Punkte für jeden einzelnen Hund.

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© VIER PFOTEN

Vier- bis sechsmal im Jahr finden solche Wettbewerbe in speziellen Trainingscamps für Jagdhunde in der Ukraine statt. VIER PFOTEN kann belegen, dass ROYAL CANIN in den letzten Monaten mehrere dieser grausamen Veranstaltungen in der Ukraine gesponsert hat, ROYAL CANIN bestätigte gegenüber VIER PFOTEN die Involvierung in das Event im April, verweigert aber jegliches Gespräch.

Wir fordern ROYAL CANIN auf, nicht nur das Sponsoring dieser tierquälerischen Wettbewerbe ein für allemal zu stoppen, sondern Verantwortung für die Zukunft der gequälten Tiere zu übernehmen.

Nach Schätzungen von VIER PFOTEN gibt es in der Ukraine zwischen 15 und 20 Kampfbären. Sie leben qualvoll in winzigen Käfigen auf bloßem Betonboden und dürfen diese nur verlassen, um zu Trainingszwecken oder bei Wettbewerben von Jagdhunden angegriffen zu werden. Sie erhalten meist viel zu wenig Futter und Wasser, damit sie ein schwacher Gegner für die Hunde sind. Den meisten wurden außerdem die Krallen gezogen.

Kampfbären stammen aus Zoos, Zirkussen oder aus der freien Wildbahn. Sie wurden im Alter von nur wenigen Monaten ihrer Mutter weggenommen. Wie qualvoll das für Mutter und Kind ist, hatte VIER PFOTEN im vergangenen Jahr in einem Video dokumentiert. Skrupellose Tierhändler hatten im Mai 2012 die laut schreiende, erst vier Monate alte Bärin Nastia im Zoo Lutsk ihrer Mutter brutal entrissen, sie in eine winzige Kiste gezwängt und nach Winnyzja gebracht. Im Juli 2012 konnten wir sie aus den Händen der Tierhändler befreien und zurück zur Mutter bringen. Im November 2012 durfte Nastia in die von VIER PFOTEN neu erbaute Bärenstation Nadiya in Zhytomyr umziehen. In der Bärenstation ist noch Platz für mindestens zwei weitere Bären.

Quelle: VIER PFOTEN

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Neues Elektrofahrzeug

etricks get a pet hat ein neues Fahrzeug mit Elektromotor zur umweltschonenden Lieferung der Pakete an die Poststelle. Das eTRICKS ist ein französisches Produkt und eignet sich für den Nahverkehr. Ausgestattet mit einem Lithium-Polymer-Akku verfügt es über eine Reichweite von 30 Kilometer. Das geringe Gewicht von nur 36 Kg ermöglicht eine optimale Leistung bei niedrigstem Energieverbrauch. Und mit 45 km/h ist man zügig unterwegs. So profitieren unsere KundInnen von einem noch schnelleren, flexibleren und natürlich umweltschonenderen Lieferservice. Das eTRICKS ist erhältlich bei m-way Schweiz.

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Pitschnass und nackt im Nest!

Jungvögel leiden unter dem Starkregen

Hamburg, 22. Mai 2013. Der Starkregen der letzten Woche – in Hamburg fielen beispielsweise 50 Liter auf einen Quadratmeter — macht es den Jungvögeln schwer. Obendrein ist es viel zu kalt für den `Wonnemonat` Mai. Pitschnass hocken viele Küken jetzt noch nackt im Nest. Bei anderen zeigen sich zwar schon die ersten Federansätze, doch isolieren diese noch nicht so gut wie das Gefieder der Altvögel. Nur Höhlenbrütern wie Meisen, Rotschwänze, Spatzen und Spechte sitzen etwas trockner. „Besonders Nestflüchter wie der Nachwuchs des Kiebitz leiden unter der Nässe“, sagt Peer Cyriacks, Ornithologe der Deutschen Wildtier Stiftung. „Sie sind dem Regen direkt ausgesetzt. Zum Aufwärmen schlüpfen sie dann bei den Eltern unter die Fittiche, die Küken werden „gehudert“.

Gerade jetzt in der Hochsaison der Brutzeit sind sintflutartige Regenfälle für alle Vogelarten fatal, die jetzt ihren Nachwuchs aufziehen müssen. „Es ist nicht nur die Nässe, sondern besonders die Nahrungsknappheit“, erläutert Peer Cyriacks. Tierisches Eiweiß ist wichtig für den Aufbau des Vogelkörpers – deswegen werden die meisten Jungvögel mit Insekten gefüttert. Doch diese sind derzeit schwer zu finden. Fluginsekten fliegen bei Regen nicht und selbst Raupen verkriechen sich. Nur ein Vogel hat es etwas leichter: Die Amsel frisst am liebsten Regenwürmer und die sind vor der Überschwemmung im Boden an die Oberfläche gekrochen und werden dort von den Amsel-Eltern eingesammelt.

PRESSEMITTEILUNG von www.DeutscheWildtierStiftung.de

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Kuscheln gegen die Kälte

Wenn es so richtig kalt ist, hilft auch im Tierreich nur eins: Kuscheln gegen die Kälte! Dann rücken selbst Einzelgänger unter den Vögeln wie der Gartenbaumläufer zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Sie bilden Schlafgemeinschaften und trotzen in Gruppen eng aneinander gekuschelt der Kälte. Damit alle davon profitieren können, werden regelmäßig die Plätze getauscht: Jeder rückt einmal in die warme Mitte. Dieses Phänomen wurde auch bei Zaunkönigen und den kleinsten heimischen Singvögeln, den Wintergoldhähnchen, beobachtet. Die Überlebensstrategie „Kuscheln“ ist wichtig, denn in einer einzigen Winternacht kann ein etwa meisengroßer Vogel bis zu zehn Prozent seines Körpergewichtes verlieren! Das Tier muss viel Energie verbrauchen, um die Körpertemperatur zu halten. „Der Gewichtsverlust muss tagsüber durch Fressen schnell wieder ausgeglichen werden, damit die kleinen Vögel die nächste Nacht überleben“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Deshalb ist das Füttern von Vögeln durch den Menschen eine willkommene Hilfe.“

Nicht nur Vögel nutzen die Kuschel-Strategie gegen die Kälte. Bienen bilden bei Frost mit ihren Körpern eine Art Kugel, in deren Mitte die Königin bei mindestens 25 Grad in der Wärme hockt. Die Bienen am äußeren Rand der sogenannten Wintertraube erzeugen durch das Vibrieren mit ihrer Muskulatur Wärme. Auch Säugetiere wie Fledermäuse und Wildschweine „rotten“ sich zusammen. Während die Wildschweine in ihrem Kessel eng zusammenliegen, verschlafen Fledermäuse dicht gedrängt die kalte Jahreszeit. Sie haben ihren Stoffwechsel heruntergefahren, um Energie zu sparen, und hängen mit ihren Körpern von der Decke ihrer Winterquartiere in Höhlen oder Gewölben.

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Zieht euch warm an!

Dickes Fell, viel Fett und jede Menge Luft: Überlebenstricks der Wildtiere im Winter

Wer jetzt draußen überleben will, muss ein dickes Fell haben! Den dichtesten Pelz hat sicher der Fischotter: 50 000 Haare wachsen etwa auf der Fläche eines Daumennagels. Viele Wildtiere haben ein Ober- und ein Unterfell und verdanken den Luftschichten zwischen den Haaren, dass sie vor strenger Kälte geschützt sind. Meist ist das Unterfell dicht und kurz. Wenn es knackig kalt ist, stellen die Tiere obendrein die Haare auf. Feldhasen wachsen zusätzliche Wollhaare. Sein Fell wird im Winter viel dichter und isoliert deshalb besser gegen Kälte. Im Haarkleid des Hasen staut sich Luft, die gegen Kälte isoliert.

Beim Rothirsch bestehen die Haare aus drei Schichten: der Mark- und der Rindenschicht sowie dem Oberhäutchen. Die Markschicht ist lufthaltig und sorgt so für effektiven Wärmeschutz, die Wollhaare sind besonders dicht. Das Winterhaar ist doppelt so lang wie das Sommerhaar. Der Fellwechsel bei Rotwild ist jetzt im Herbst. Das rötlichbraune Sommerfell, das dem Rothirsch seinen Namen gab, wird jetzt durch ein graubraunes Winterfell ersetzt.

Das Deckhaar der Wildschweine ist im Winter dunkelgrau bis braun-schwarz. Die borstigen Deckhaare sind länger als die Haare im Sommer. Darunter liegt die kurze dicke Unterwolle. Luftkammern im Wildschweinfell verhindern die Abgabe von Körperwärme. Im November ist der Fellwechsel bei Wildschweinen abgeschlossen. Sie rotten sich im Winter zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Außerdem haben sich Wildschweine – wie viele andere Wildtiere auch – eine dicke Speckschicht angefressen. So kommen sie gut durch den Winter.

Auch bei Enten und anderen Wasservögeln spielt Luft eine wichtige Rolle. Ein dichtes Federkleid schützt vor der Kälte. Zwischen den einzelnen Federn liegen Luftschichten, die wie Wärmeisolatoren funktionieren und den Vogelkörper vor dem Auskühlen schützen. „Viele Vögel machen sich obendrein dicke – sie plustern sich auf, um die Luftschichten zwischen den Federn noch zu vergrößern“, sagt Eva Goris. „Die Federn von Wasservögeln sind außerdem gefettet und wasserabweisend.“ Enten haben eine spezielle Fettdrüse am Schwanz, die Bürzeldrüse. Mit dem Schnabel nehmen sie das Fett aus der Drüse auf und verteilen es im Federkleid.

Kalte Füße haben Wasservögel im Winter selbst dann nicht zu fürchten, wenn sie auf zugefrorenen Teichen stehen. „Sie haben von Natur aus kalte Füße“, erläutert die Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Denn es strömt nur sehr wenig Blut in die Füße – und dieses Blut kühlt auf dem Weg dorthin von etwa 40 Grad auf sechs Grad ab.“ So können Enten auf dem Eis nicht festfrieren.

Eva Goris
Pressesprecherin Deutsche Wildtier Stiftung

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Schlaft gut, bis nächstes Jahr!

Die Deutsche Wildtier Stiftung bittet um Rücksichtnahme auf tierische Winterschläfer

Der Goldene Oktober hatte nur ein kurzes Gastspiel. Nieselregen beherrscht wieder die Großwetterlage und macht viele Menschen schläfrig und träge. „Auch bei den Wildtieren ist die große Müdigkeit ausgebrochen“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Viele verkriechen sich jetzt und verschlafen die kalte Jahreszeit bis zum nächsten Frühjahr.“ Winterschlaf und Winterruhe sind eine perfekte Überlebensstrategie, wenn es kalt wird und in der Natur die Nahrung knapp ist. Langschläfer profitieren von der Hilfe und Rücksichtnahme der Menschen. Laubhaufen dienen Grasfröschen, Erdkröten und Igeln wie eine dicke Decke als Schutz, um Eis und Schnee zu trotzen. Zuviel Ordnung im Garten kann deshalb ein Todesurteil für Winterschläfer sein. Laubbläser rauben vielen Tieren ihr dringend benötigtes Winterquartier.

„Nicht nur Laub, auch Steinhaufen und Holzstapel dienen als Schlafplätze“, erläutert Goris. Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs überwintern hingegen am liebsten in Kellern und auf Dachböden. Dort heften sie sich in stille Winkel und wirken wie tot. Insekten überleben die Kälte nur, weil sie eine Art Alkohol im Blut haben. Dieses Glyzerin funktioniert wie ein Frostschutzmittel und setzt den Gefrierpunkt des Insektenblutes herab. Nur dann können Eiskristalle die Zellen nicht zerstören.

Säugetiere haben andere Fähigkeiten entwickelt, um gut über den Winter zu kommen: Sie polstern ihre Schlafstätte aus, legen Vorräte an und haben sich eine dicke Fettschicht angefressen. Trotzdem funktioniert der Trick mit dem Winterschlaf nur, wenn sie die Körpertemperatur bis auf drei Grad senken. Igel schlafen so bis zu vier Monate lang, Murmeltiere sechs Monate und Siebenschläfer sogar sieben Monate. „Der Fettvorrat dient als Energiespeicher und isoliert gleichzeitig gegen die Kälte“, erläutert die Pressesprecherin. Herzschlag und Atmung sind enorm verlangsamt und Murmeltiere machen minutenlange Atempausen!

Eichhörnchen, Dachse und Biber hingegen schlafen nicht: Sie ruhen nur. In ihren Bauten und Höhlen sind sie reaktionsfähig. Manchmal gehen sie sogar auf Nahrungssuche, um die Vorräte aufzustocken. Weil sie nicht schlafen, sprechen Biologen von Winterruhe.

Große Säugetiere wie Hirsche und Rehe können im Winter in eine Art Energiespar-Modus verfallen. Dann reduzieren sie ihre Körpertemperatur, verringern ihren Herzschlag und vermeiden unnötige Bewegungen. Ihr Verdauungstrakt hat sich verkleinert weil sie jetzt oft nur dürre Gräser und Brombeerblätter finden. „Der Rothirsch fährt seinen Stoffwechsel so weit herunter, dass die körpereigene Heizung auf Sparflamme läuft“, sagt Eva Goris. Sein Pansen fasst im Winter 60 Prozent weniger Nahrung als im Herbst. Wird die Ruhephase der Tiere jetzt gestört, brauchen sie viel Energie für die Flucht. Sie müssen den Stoffwechsel hochfahren und dafür die Körperheizung wieder anwerfen. Doch bevorzugte „Brennstoffe“ wie Gräser, Kräuter und Flechten, Eicheln und Kastanien sind im Winter kaum zu finden. Häufig müssen Hirsche dann auf die Rinde der Bäume zurückgreifen. „Dadurch entstehen die von den Förstern gefürchteten Schälschäden“, sagt Goris. „Damit die Tiere nicht aufgescheucht werden, sollten Spaziergänger unbedingt auf den Wegen bleiben.“

Eva Goris
Pressesprecherin Deutsche Wildtier Stiftung

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